Unser neuer Sessionsorden

Der Orden für die Session 2020

Zentrales Motiv unseres diesjährigen Sessionsordens ist der Heidingsfelder Rathausplatz, dessen Sanierung das öffentliche Leben 2018 und 2019 stark beeinflusste.

Als einzige bauliche Verbindung zwischen Ober und Unterstadt sowie der beiden Stadtmauerringe, war das „Marktbrückle“ und sein Vorraum, der Marktplatz (ab der Eingemeindung nach Würzburg: Rathausplatz) immer von besonderer Bedeutung – als zentraler Begegnungsort im „Städtle“ und wichtiger Schauplatz von Ereignissen der Lokalgeschichte, so auch der „Giemaulslegende“.

Nach der Zerstörung von „Alt- Heidingsfeld“ am 16.03.1945 – die gerade das Zentrum innerhalb der Stadtmauern traf – lagen auch das historische Rathaus und der Rathausplatz in Trümmern.

Im Jahr 2020 gedenken wir zum 75. Male dieser dunklen Stunden. Das Rathaus wurde erst 1960 wieder aufgebaut – Platz und Marktbrücke selber bereits von Mai bis November 1956 erneuert. Erfreulich schnell entwickelten sich Wiederaufbau und „Wirtschaftswunder“. Ansprüche an und von Wirtschaft und Gewerbe wuchsen, das Verkehrsaufkommen nahm stark zu…. und die bauliche Ausstattung des Platzes konnte den neuen Anforderungen an Zweckmäßigkeit und Aufenthaltsqualität nicht mehr gerecht werden. Seit 1978 versuchten „die Heidingsfelder“ den Platz zu ertüchtigen. Ein „Durchbruch“ konnte erst mit dem „ISEK“ ab 2012 und der Aufnahme in die Städtebauförderung (2014) erreicht werden. Ab Oktober 2018 „rollten dann die Bagger“ und die eigentliche Platzerneuerung begann – das ganze Jahr 2019 stand die Großbaustelle im Herzen des Städtles als prägendes Ereignis im Mittelpunkt – des Ortsbildes und des Interesses. Selbst der Fastnachtszug am 05. März musste einer „Ausweichroute“ durch die Klingenstraße folgen.

An diese Situation soll der diesjährige Sessionsorden erinnern.

Grafische Grundlage für diesen Orden ist eine alte Ansicht des Rathausplatzes. Es handelt sich hierbei um die, vom „Flößer“ Michael Greiner erstellte, Federlithographie welche ab Mai 1896 die ersten (im Verlag „Franz Scheiner“ erschienenen) Ansichtskarten mit Heidingsfelder Motiv zierte. Ergänzt wird die historische Ansicht durch eine Kombination mit der „Baustellenansicht“ des Jahres 2019. Die Szene wird wohlwollend, aus über den Rathausplatz ziehenden Wolken, von unsere Traditions und Identifikationsfigur, dem Giemaul, und Heinz Bonfig betrachtet. Unser Ehrensitzungspräsident musste am 03.02.2019 mitten in der letzten Fasenachtssession überraschend von uns gehen, er kommentierte viele Jahre aus dem Rathaus den Heidingsfelder Fasenachtszug – Ich hoffe unserem Heinz hätte dieses Motiv gefallen.

Zwischen diesen Darstellungen finden sich die Namen des aktuellen Giemaulpaares:

Stefan IV. und Sina I.

Darunter erfolgt der Hinweis auf die Session 2019 / 2020. Vorbei an der Baustelle fährt, wie in der letzten Session geschehen, der Zugwagen des Elferrates der Gilde, dem Umleitungs-schild in die Klingenstraße folgend. Zwischen den traditionellen Ordens-bestandteilen des historischen Heidingsfelder Stadtwappens und des Frankenrechens weist das in rot gefasste Schriftband nochmals auf die Sanierung des Rathausplatzes hin: „Nach 40 Jahr – ein Traum wird wahr“.

Stefan Rettner

Sessionsorden Gilde Giemaul 2020 – Gestaltung Stefan Rettner – Foto Sven Kelber

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